Mittwoch, 17. Februar 2021 09:55 Uhr

Nach dem Frost defekte Wasserleitungen: Feuerwehren laufend im Einsatz

Landkreis Northeim (red). Die sibirische Kälte mit bis zu 27 Grad unterhalb des Gefrierpunktes verbunden mit dem jetzt beginnenden Tauwetter sorgt seit dieser Woche für ein erhöhtes Einsatzaufkommen der Feuerwehren im Landkreis Northeim. „Wasser im Gebäude ist aktuell das am häufigsten vorkommende Einsatzstichwort für die Brandschützer“, berichtet Kreisbrandmeister Marko de Klein. Über ein Dutzend Einsätze gab es innerhalb von knapp 24 Stunden.

Hintergrund dieser Einsätze sind gefrorene Wasserleitungen, die bei den massiv unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen in der vergangenen Woche geplatzt sind und jetzt nach und nach auftauen. Erst dann, wenn das Wasser wieder strömen kann, wird der Schaden sichtbar - und es kommt, wie aktuell, zu Wassereinbrüchen in Kellern, durch Decken oder sogar durch Stromverteilungen. Einsätze dieser Art gab es laut Kreisbrandmeister de Klein am Montag und Dienstag unter anderem in Lindau, Moringen, Einbeck, Echte und auch Bad Gandersheim.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beliefen sich Leitungswasserschäden, zu denen auch geplatzte Rohrleitungen gehören, alleine 2019 auf rund drei Milliarden Euro. Die Kreisfeuerwehr rät deshalb, Leitungen, die beispielsweise für die Außenwasserversorgung gedacht sind, rechtzeitig vor der Frostperiode vollständig zu entleeren. Gebäudeteile, die wenig oder nicht genutzt sind, sollten regelmäßig kontrolliert werden und dürfen nie komplett auskühlen. Die Frostschutzstellung auf Heizkörpern reicht aus, um den Heizkörper vor dem Einfrieren zu sichern, nicht aber, um ein Platzen von Leitungen zu verhindern. Insbesondere bei älteren Gebäuden ist die Isolierung der Leitungen an den Gebäudeaußenseiten meist unzureichend bei derart tiefen Temperaturen. Hier helfen Sanitär- und Heizungsinstallateure in der Beratung weiter.

Sollte eine Wasserleitung im Gebäude einfrieren, sollten die entsprechenden Spezialisten zurate gezogen werden. „Ein eigenständiges Hantieren, beispielsweise mit Gasbrennern oder Lötlampen, ist brandgefährlich“, betont Kreisbrandmeister Marko de Klein. Im Falle eines plötzlichen Wasseraustritts sollte die Wasserversorgung schnellstmöglich abgestellt werden. „Achten Sie außerdem auf die Gefahren von Wasser in Verbindung mit Strom.“ Ebenfalls weiter im Einsatz sind die Baufachberater von Kreisfeuerwehr und Technischem Hilfswerk. Durch den gefallenen Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist die Last auf diversen Flachdächern weiter angestiegen. Zur entsprechenden Dachlastmessung waren die Fachberater unter anderem am Dienstagmorgen am Bahnhof in Göttingen und am Sonntag in Renshausen im Einsatz.

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