Northeim (red). Mit dem Graf-Otto-Jahr hat die Stadt Northeim ihre eigene Geschichte über Monate hinweg in den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens gerückt und ein außergewöhnlich vielseitiges Kultur- und Bildungsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus stand Graf Otto von Northeim, einer der bedeutendsten Reichsfürsten des 11. Jahrhunderts und Stadtbegründer Northeims.
Neue Perspektiven auf eine historische Persönlichkeit
Das Jubiläumsjahr eröffnete neue Blickwinkel auf eine historische Figur, die vielen Northeimerinnen und Northeimern zuvor kaum bekannt war. Selbst für Stadtarchivar Dr. Stefan Teuber brachte die intensive Auseinandersetzung überraschende Erkenntnisse. Besonders bemerkenswert sei gewesen, dass Graf Otto trotz seiner Macht und Stellung mehrfach darauf verzichtet habe, selbst nach der Königskrone zu greifen. „Und das, obwohl er wohl gute Chancen gehabt hätte“, erklärte Teuber.
Breites Programm für alle Generationen
Ein besonderer Schwerpunkt des Graf-Otto-Jahres lag auf der Vielfalt der angebotenen Formate. Fachvorträge richteten sich an historisch Interessierte, während Führungen und Ausstellungen ein breites Publikum ansprachen. Theateraufführungen und Schulprojekte bezogen gezielt jüngere Generationen ein. „Es war im Prinzip für jede Altersklasse etwas dabei“, fasste Teuber zusammen.
Theater und Schulprojekte als Höhepunkte
Zu den persönlichen Höhepunkten des Stadtarchivars zählte die Premiere des Bühnenstücks über Graf Otto im Theater der Nacht. Auch die Aufführungen der Darstellendes-Spiel-Kurse sowie der Zündhölzer des Gymnasiums Corvinianum hätten eindrucksvoll gezeigt, wie intensiv sich junge Menschen mit der Stadtgeschichte auseinandergesetzt hätten.
Große Resonanz aus der Bevölkerung
Die Resonanz aus der Bevölkerung fiel durchweg positiv aus. Alle Veranstaltungen waren kostenfrei und ohne systematische Besucherzählung. Dennoch erreichten einzelne Angebote große Teilnehmerzahlen. Allein der Familientag auf dem Münsterplatz zog deutlich über 1.000 Besucherinnen und Besucher an. Entscheidend sei jedoch nicht allein die Zahl gewesen, betonte Teuber, sondern die spürbare Präsenz des Themas im Stadtbild und in Gesprächen. „Wie gut Graf Otto und diese ganze Veranstaltung auch in der Bevölkerung angenommen und besucht wurden, ist im Rückblick herausragend.“
Nachhaltige Ergebnisse über das Jubiläumsjahr hinaus
Auch über das Jubiläumsjahr hinaus bleiben konkrete Ergebnisse bestehen. Teile der Sonderausstellung werden in die Dauerausstellung des Museums integriert. Die Fachvorträge erscheinen in publizierter Form, ergänzt durch eine ausführliche Dokumentation. „Es ist ganz wichtig, dass auch etwas bleibt und nachwirkt. Und das ist uns gelungen“, so Teuber.
Lob von Bürgermeister und Blick in die Zukunft
Bürgermeister Simon Hartmann zeigte sich ebenfalls überzeugt vom Erfolg des Projekts. „Bei den vielen Veranstaltungen durfte ich selber erleben, dass Graf Otto noch einmal lebendig wurde“, erklärte er. Sein besonderer Dank gelte Dr. Stefan Teuber sowie allen Beteiligten. Dank fördernder Institutionen sei der Kostenrahmen zudem deutlich geringer ausgefallen als ursprünglich geplant.
Die Stadt verbindet mit dem Graf-Otto-Jahr die Hoffnung auf eine nachhaltige Wirkung. Vor allem bei Schülerinnen und Schülern sei durch die aktive Auseinandersetzung ein Stück historischer Identität vermittelt worden. Diese Verbindung zur eigenen Stadtgeschichte könne langfristig prägend sein.