Northeim (red). Der Landkreis Northeim baut den Schutz von Kindern und Jugendlichen weiter aus: Zum 1. Januar 2026 hat im Jugendamt die Koordinierungsstelle Kinderschutz ihre Arbeit aufgenommen. Der Kreistag hatte die Einrichtung zuvor beschlossen. Ziel ist es, bestehende Strukturen besser zu vernetzen und Fachkräfte gezielt zu unterstützen. Dafür sind drei Stellen mit insgesamt rund 50 Wochenstunden vorgesehen. Zwei davon sind bereits besetzt, eine weitere ist derzeit ausgeschrieben.
„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns höchste Priorität. Mit der neuen Koordinierungsstelle schaffen wir eine wichtige Grundlage, um den Kinderschutz im Landkreis Northeim nachhaltig zu stärken“, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.
Vernetzung und zentrale Steuerung
Die neue Einrichtung ist aus dem kreisweiten Kinderschutzkonzept hervorgegangen. Bei der Erarbeitung wurde deutlich, dass viele Aufgaben bislang in unterschiedlichen Bereichen organisiert waren. Eine zentrale Stelle, die alles zusammenführt und abstimmt, gab es bislang nicht.
Diese Funktion übernimmt nun die Koordinierungsstelle: Sie vernetzt die beteiligten Akteurinnen und Akteure und entwickelt den Kinderschutz im Landkreis weiter. Dazu arbeitet sie eng mit Jugendhilfe, Schulen, Kindertagesstätten, dem Gesundheitswesen und Beratungsstellen sowie mit Polizei, Vereinen und Verbänden zusammen. So können Gefährdungssituationen frühzeitig erkannt und Kinder wirksam geschützt werden.
Beratung, Prävention und Standards
Die Koordinierungsstelle berät zudem Fachkräfte und Ehrenamtliche bei Fragen zum Kinderschutz und organisiert Fortbildungen, Workshops und Fachtage. Auch präventive Angebote – etwa zu Kinderrechten, Gewaltprävention oder digitalen Risiken – sollen ausgebaut werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einheitlichen Standards und Schutzkonzepten. Die Einrichtungen im Landkreis werden dabei unterstützt, diese zu entwickeln und umzusetzen.
„Kinderschutz muss heute vernetzter, präventiver und wirkungsorientierter sein als je zuvor. Das bedeutet, den Wandel vom reinen Reagieren hin zu einem frühzeitigen, systematischen und vorausschauenden Handeln konsequent zu gestalten. Die Koordinierungsstelle ist dabei unser zentraler Hebel im Landkreis Northeim, um diesen Anspruch im Alltag verbindlich umzusetzen“, sagt Viktoria Bertram, Leiterin des Jugendamts.
Die Koordinierungsstelle richtet sich in erster Linie an Fachkräfte und Institutionen, die im Bereich Kinderschutz tätig sind, und übernimmt keine Aufgaben der direkten Fallbearbeitung. Bürgerinnen und Bürger können sich bei konkreten Anliegen weiterhin an das Jugendamt wenden.
Weitere Informationen sind unter www.landkreis-northeim.de/kinderschutz verfügbar.
Foto: Landkreis Northeim