Lütgenrode (red). Die Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung der St.-Johannis-Kapelle traf sich am Mittwoch im Hotel Sachsenross zur Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Tobias Kreitz konnte in seinem Jahresbericht auf eine erfolgreiche dritte Kulturreihe zurückblicken und hob insbesondere die zugesagten Fördermittel der Landeskirche sowie des Leine-Weber-Sechsecks in Höhe von 457.525 Euro für die Sicherung der Kapelle hervor.
Sicherungsmaßnahmen und archäologische Untersuchungen
Als Gast begrüßte die Arbeitsgemeinschaft den Architekten Hanno Meenken vom Amt für Bau und Kunstpflege, der in einem Vortrag die geplanten Maßnahmen vorstellte. Demnach soll insbesondere die Südseite der Kapelle in einem innovativen Verfahren gesichert werden, da dort die größten Schäden festgestellt wurden. Im Zuge der Arbeiten sind auch umfangreiche archäologische Untersuchungen vorgesehen, da das Gebäude weiterhin zahlreiche ungeklärte Fragen aufwirft.
Auch der Innenraum soll in begrenztem Umfang überarbeitet werden. Dafür muss die Kirchengemeinde jedoch noch erhebliche Eigenmittel aufbringen, wobei die Arbeitsgemeinschaft bereits Unterstützung zugesagt hat. Diskutiert wurde unter anderem, die bisherigen Bänke durch Stühle zu ersetzen, um künftig mehr Flexibilität für Veranstaltungen zu schaffen.
Eindrucksvolle Perspektiven und Unterstützung
Einen emotionalen Moment erzeugte Meenken mit der Projektion der Kapelle nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen. Zum Schutz des Lehmgemisches zwischen den Sandsteinen soll eine dünne Putzschicht aufgetragen werden, wodurch sich das Erscheinungsbild deutlich verändern und die Kapelle künftig in hellem Weiß präsentieren könnte.
Zu den Gästen zählte auch der Landtagsabgeordnete Sebastian Penno, der in seinem Grußwort das Engagement der Arbeitsgemeinschaft würdigte. Zudem waren Mitglieder des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Nörten-Parensen-Lütgenrode-Bishausen anwesend. Dessen Vorsitzender Herbert Asselmeyer sicherte eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit zu.
Vorstand im Amt bestätigt und Ausblick
Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Tobias Kreitz bleibt Vorsitzender, Elisabeth Gaertner stellvertretende Vorsitzende, Sven Oskar Thießen Schatzmeister, Ute Dowe Schriftführerin und Christine Busch Beisitzerin.
Da sich die Sicherungsmaßnahmen voraussichtlich über den Jahreswechsel hinaus bis in den Sommer 2027 erstrecken werden, wird die vierte Kulturreihe 2026/27 vermutlich in Ausweichquartieren stattfinden. Als mögliche Veranstaltungsorte werden das Dorfgemeinschaftshaus Lütgenrode, die Martin-Luther-Kirche in Parensen sowie die Klosterkirche Marienstein genannt. Weitere Informationen dazu will die Arbeitsgemeinschaft rechtzeitig bekannt geben.
Foto: Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung der historischen St. Johannis Kapelle Lütgenrode