Northeim (red). Am Europatag hat die Europa-Schule BBS 1 Northeim 15 Absolventinnen und Absolventen der Zusatzqualifikation „Europakaufmann/-frau“ verabschiedet. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen feierten die erfolgreichen Teilnehmenden im Rahmen einer Feierstunde ihre Abschlüsse sowie die Verleihung der Europässe. Zudem berichteten die Absolventinnen und Absolventen von ihren vielfältigen Erfahrungen während ihrer Auslandspraktika.
Schulleiter Peter Beushausen erinnerte in seiner Begrüßungsrede an den sogenannten Schuman-Plan, der den Grundstein für das heutige Europa gelegt habe. Dabei hob er insbesondere die Werte Freiheit, Menschenwürde und Demokratie hervor.
Auslandspraktika als prägende Erfahrung
„Zur Freiheit gehört natürlich auch die Freiheit zu reisen. Der Euro erleichtert dabei vieles. Und man kann nicht nur reisen, sondern auch ein Praktikum machen – mit Förderung durch Erasmus+ und zertifiziert durch einen Europass Mobilität, den wir heute verleihen“, sagte Beushausen. Erfahrungen und persönliche Begegnungen könnten dazu beitragen, Europa wachsen zu lassen – ganz im Sinne eines Zitats des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt aus dem Jahr 1974: „Europa wächst nicht aus Verträgen, es wächst aus den Herzen seiner Bürger oder gar nicht.“
Anschließend gratulierte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss. Besonders hob er die Entscheidung hervor, überhaupt an der Zusatzqualifikation teilzunehmen.
„Ich selbst habe damals während meiner Ausbildung ein solches Angebot nicht genutzt und ich bereue das heute noch. Sie haben sich richtig entschieden. Das ist großartig“, erklärte Hartmann.
Praktika führten in zahlreiche Länder
Während Hartmann nach eigenen Angaben während seiner Ausbildung auf ein Auslandspraktikum verzichtet habe, hätten sich heutige Auszubildende der Stadt Northeim bewusst dafür entschieden. Erik Kettenbeil, Theresa Richter und Celicia Umlauf absolvierten gemeinsam mit Sophie Virginie Lepoittevin ein dreiwöchiges Praktikum in Cherbourg, der französischen Partnerstadt Northeims.
Zudem lobte Hartmann die BBS 1 Northeim ausdrücklich: „Das Besondere an dieser Schule ist, dass der Name ‚Europa-Schule‘ nicht nur ein Motto, sondern eine Haltung ist. Seit einem Vierteljahrhundert ist Internationalisierung im Schulleitbild dieser Schule fest verankert. Das ist wichtig – so soll Bildung sein: weltoffen, vernetzt und zukunftsorientiert. Die BBS 1 ist eine Zehn von Zehn.“
Die Absolventinnen und Absolventen berichteten anschließend von ihren mindestens dreiwöchigen Praktika in Frankreich, Irland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Norwegen und Polen. Auch Japan und Australien gehörten in diesem Jahr zu den Zielen.
Zusatzqualifikation erforderte hohen Einsatz
Aus den Erfahrungsberichten sei deutlich geworden, dass viele Dinge im Ausland – auch im beruflichen Alltag – häufig lockerer gesehen würden. Gleichzeitig hätten die Teilnehmenden Gastfreundschaft erlebt und von einem deutlichen Zuwachs an Persönlichkeitsentwicklung, interkulturellem Verständnis und Sprachkompetenz berichtet.
Europa-Teamleiter Marcus Krohn betonte, dass für die Zusatzqualifikation ein hoher zusätzlicher Aufwand erforderlich gewesen sei. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Schülerinnen und Schüler rund 80 Abendsitzungen sowie zusätzliche Unterrichtseinheiten an Samstagen absolviert. Insgesamt seien so etwa 360 zusätzliche Unterrichtsstunden zusammengekommen.
„Wir sind sehr stolz auf Ihren Erfolg. Sie waren ein großartiger Jahrgang und der kann sich mit einer Durchschnittsabschlussnote von 1,9 wirklich sehen lassen“, sagte Krohn.
Als beste Absolventin wurde Melissa Pahland von der KWS mit einer Abschlussnote von 1,2 ausgezeichnet und erhielt ein Buchpräsent des Fördervereins der Schule.
Dank an Betriebe und Lehrkräfte
Koordinator und Abteilungsleiter Frank Brennecke schloss sich den Glückwünschen an und bedankte sich insbesondere beim Europa-Lehrerteam sowie bei den Ausbildungsbetrieben, die ihre Auszubildenden für die Praktika ins Ausland entsenden würden.
Zudem dankte er dem IHK-Prüfungsausschuss und dem Verwaltungsteam der Schule für die organisatorische Unterstützung.
Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen ausgezeichnet
Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Zusatzqualifikation „Europakaufmann/-frau“ 2026 sind: Noah Bönig (Lutze), Niklas Durau (Thimm), Paul Eric Granzow (tedox), Kevin Henrici (König), Gina Klußmann (ContiTech), Sophie Virginie Lepoittevin (Thimm), Annabelle Mayer (Kayser), Katharina Miers (ContiTech), Melissa Pahland (KWS), Mathea Römmert (Zufall), Leonie Schlüricke (ContiTech), Hannah Schumny (KWS), Nicole Seifert (elcon), Michelle Sprenger (Rohde) sowie Samira Weisenburger (Weihrauch Uhlendorff).
Melissa Pahland von der KWS wurde dabei als Jahrgangsbeste mit der Abschlussnote 1,2 ausgezeichnet.
Mit dem Europass Mobilität wurden Noah Bönig, Niklas Durau, Kevin Henrici, Erik Kettenbeil, Kamila Kolchina (Sonepar), Sophie Virginie Lepoittevin, Katharina Miers, Theresa Richter, Nicole Seifert, Michelle Sprenger, Celicia Umlauf sowie Samira Weisenburger ausgezeichnet.
Foto: BBS 1 Northeim