Northeim (red). Am 19. Juni 2026 ist Herbert Schindler im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit ihm geht einer der letzten Zeitzeugen: Im Alter von 16 Jahren wurde er aus Northeims Patenstadt Neustadt/Oberschlesien, heute Partnerstadt Prudnik, vertrieben.
Engagement für die Heimatgeschichte
Herbert Schindler engagierte sich bis zuletzt in der Bundesheimatgruppe der Neustädter, deren stellvertretender Vorsitzender er war. Er gehörte außerdem zu den Gründern der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/OS im Jahr 1985.
Herr Schindler organisierte zahlreiche Ausstellungen über Neustadt, war aktiv an der Organisation der Heimattreffen beteiligt, die 35-mal – überwiegend an Pfingsten – in Northeim stattfanden, und hielt den Kontakt zu den Landsleuten in der alten Heimat. Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere Publikationen und Videofilme über Neustadt/OS.
Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen
Er initiierte zahlreiche Ausstellungen über die Kulturgüter der Stadt, engagierte sich als Stadtführer in Prudnik und gab den Bildband „Alte Bilder aus Stadt und Kreis Neustadt“ heraus. In diesem Buch kombinierte Herbert Schindler historische Postkarten mit eigenen Fotografien, die er im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Kreisbildstelle Neustadt angefertigt und über die Flucht gerettet hatte.
Neben seinen historischen und politischen Aktivitäten half er, Brücken zwischen Polen und Deutschland sowie zwischen Prudnik und Northeim zu bauen.
Auszeichnung für sein Lebenswerk
Herbert Schindler fand in Hagen eine neue Heimat und hatte mit seiner bereits verstorbenen Frau Renate zwei Söhne. Neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Feuerwehr engagierte er sich weiterhin in vielfältiger Weise ehrenamtlich. Im Jahr 2013 erhielt er für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz.
Bürgermeister Simon Hartmann wird der Beisetzung von Herbert Schindler am 1. Juli in Hagen beiwohnen.
Foto: Stadt Northeim