Mittwoch, 15. Juli 2020 09:52 Uhr

Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“: Übergabe von Ladesäule und Vorstellung Broschüre

Kreis Northeim (r). Im Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ haben acht Orte aus den Landkreisen Göttingen und Northeim mit Konzepten zum dörflichen Teilen eines Elektroautos eine Ladeinfrastruktur im Wert von bis zu 12.000 € gewonnen. Gewinnerdörfer im Landkreis Northeim sind: Schlarpe, Gehrenrode und Heckenbeck. Zusätzlich hat Schlarpe als erstplatziertes Dorf eine Förderung von 7.500 € für ein Elektro-Auto erhalten. „Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Orte auf den Weg gemacht haben und für die E-Mobilität engagieren. E-Carsharing ist genau der richtige Weg, um unsere Dörfer im ländlichen Raum nachhaltig und innovativ in die Zukunft der Mobilität zu bringen. Dazu leisten die Gewinnerdörfer einen wichtigen Beitrag“ freut sich Uwe Ahrens, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Harzweserland (Fördergeber).

Nun hat die LEADER-Region Harzweserland den Orten die Ladesäulen offiziell zur Nutzung übergeben. Die LEADER-Region hat die Ladesäulen mit 80% aus EU-Geldern gefördert. „Das Projekt zeigt gut, welchen Mehrwert das LEADER-Programm hat. Es unterstützt neuartige Projektideen, die unter enger Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger entstehen. Wie unterschiedlich die Ideen sind, wird in diesem Wettbewerb besonders deutlich“ freute sich der Regionalmanager der LEADER-Region Julian David.

Das eCarsharing-Angebot ist in den Dörfern teilweise bereits in Betrieb: Das Team aus Schlarpe hat eine Buchungsplattform selbst programmiert. Das Elektroauto, ein Renault Zoe, fährt mit grünem Strom aus der neu installierten Photovoltaikanlage. Am Dorfgemeinschaftshaus können sich alle Vereinsmitglieder das Auto nach vorheriger Buchung ausleihen. Eine Mitgliedschaft kostet 50 € im Jahr, für Familien 80 €. „Wir haben ein ehrenamtliches Team aus 15 Personen, das an drei Tagen der Woche einen Fahrdienst anbietet. Wir fahren Personen zum Arzt oder zum Einkaufen, die selbst nicht mehr ans Steuer wollen. Zu Hochzeiten von Corona haben wir auch einen Einkaufsdienst angeboten, den wir jedoch jetzt einstellen, um anderen Personen das Auto freizugeben“ teilte Andreas Stänger, Vorsitzender des Trägervereins, mit. Das Elektroauto wird bereits gut angenommen und werktags im Schnitt drei Stunden pro Tag genutzt.

In Gehrenrode können alle Interessierten ab sofort einen elektrischen Renault Kangoo ausleihen. Dieser steht zentral in der Dorfmitte des 221 Einwohnerdorfes. Aufgrund des Corona-bedingten Nachfragerückgangs, hat der Verein erfolgreich eine finanzielle Coronahilfe erhalten. Aktuell wird das Auto ca. 45 Stunden im Monat genutzt. „Der Kleintransporter hat eine Reichweite von 215 km. Damit kann man alle alltäglichen Fahrten ohne Zwischenladung erledigen. Außerdem hat er einen großen Laderaum, in den passen auch Rollatoren“ erzählte Margarete Seiler vom gehrenrodEmobil e.V.. Die Nutzer reservieren das Auto über eine Onlineplattform und stimmen sich über WhatsApp ab, ob jemand mitgenommen werden möchte. Auch ein ehrenamtlicher Fahrdienst wird angeboten. Interessierte Unternehmen sind gerne eingeladen das eCarsharing mit Werbung auf dem Auto zu unterstützen.

In Heckenbeck werden die Ladesäulen gerade aufgestellt. An zwei Standorten im Dorf können Interessierte bald die eAutos buchen. Der Verein hat einen Sion von Sono Motors bestellt, ein neues eAuto, welches seinen Strom teilweise durch Solarmodule an der Karosserie selbst erzeugt. Zudem befindet sich als Kleinwagen der e.GO Life, ebenfalls von einem deutschen E-Auto Startup, in der Anschaffung. Aber auch privat vorhandene Autos mit Verbrennungsmotoren sollen über die Buchungsplattform geteilt werden können. Damit steigt die jeweilige Auslastung und Zweitautos werden damit langfristig weniger notwendig. Alle Dörfer freuen sich über neue Mitglieder und stehen für Fragen zur Verfügung. Die unterschiedliche Umsetzung in den Dörfern zeigt, wie vielfältig die Ideen in den örtlichen Gemeinschaften einerseits und wie unterschiedlich die Anforderungen andererseits sind. Das Projekt, mit den Einzelheiten zu den Dörfern, wurde kompakt und optisch ansprechend in einer Broschüre aufbereitet. Die Broschüre gibt es auf Nachfrage beim Regionalmanagement der LEADER-Region Harzweserland. Ansprechpartner beim Regionalmanagement Harzweserland sind: Annette Muhs, Landkreis Northeim, Tel. 05551 708737, Fax 05551 708739 oder E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sowie Julian David, von KoRiS - Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung, Hannover, Tel. 0511 59097430, Fax 0511 59097460 oder E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Hintergrund:

Das Projekt wurde zu 80 % aus EU-Mitteln des LEADER-Programms gefördert. Die weiteren 20 % wurden von den Landkreisen Göttingen und Northeim kofinanziert. Im Kooperationsprojekt der drei LEADER-Regionen Göttinger Land, Osterode am Harz und Harzweserland erarbeiteten insgesamt acht Dorfgemeinschaften Konzepte für die gemeinschaftliche Nutzung eines elektrischen Dorfautos und zeigten auf, wie das Teilen eines Elektroautos im Ort nachhaltig umgesetzt werden kann. Die Gewinnerorte machten sich Gedanken zum Standort der Ladesäule, zu möglichen Fahrzeugmodellen, zum Fahrzeugzugang, aber auch dazu, wie die Gebührenstrukturen und Buchungsplattformen aussehen sollen. Die Orte schaffen damit neue Mobilitätsoptionen für den ländlichen Raum.

Die Jury des Wettbewerbs setzt sich aus der koordinierenden Projektgruppe zusammen und besteht aus Vertretern der drei LEADER-Regionalmanagements, der Energieagentur, den Klimaschutzmanagements der Landkreise sowie der Energieversorger EAM und Harzenergie. ### Das Projekt leistet einen Beitrag zur Sicherstellung der Mobilität im ländlichen Raum. Zudem werden neue Zielgruppen zur Nutzung intelligenter Technologien angesprochen, die Teil der energiewirtschaftlichen Zukunft sein werden. Das Vorhaben soll Vorbildcharakter haben und als Modell für die Umsetzung in weiteren Dörfern dienen. Hierfür ist das Projekt im August bereits als „Großer Leuchtturm“ in dem Klimaschutz-Wettbewerb „Klima Kommunal“ ausgezeichnet worden.

Foto: Landkreis Northeim

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