Dienstag, 15. September 2020 09:59 Uhr

Vielfalt der soziokulturellen Zentren im Landkreis Northeim weiter ermöglichen

Kreis Northeim (r). Welche Vielfalt der Soziokultur es in der Region gibt, haben die Landtagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (SPD) aus Gillersheim und Christian Grascha (FDP) aus Einbeck bei einer Rundfahrt durch den Landkreis Northeim erlebt. Bei dieser Bustour haben sich das Theater der Nacht in Northeim, die Initiative Kunst & Kultur Northeim, die Weltbühne Heckenbeck, die Junge Linde und die TangoBrücke in Einbeck, „Kultur im Esel“ in Sülbeck sowie der Kulturbahnhof Uslar vorgestellt. Diese sieben soziokulturellen Zentren haben gegenüber den Landespolitikern deutlich gemacht, welche Arbeit sie für die Gesellschaft leisten und welche Erfolge sie dabei in den vergangenen Jahrzehnten erreicht haben, aber auch wo aktuelle Sorgen und Probleme liegen. Neben Vertretern der Vereine und Initiativen waren die Regionalberaterin des Landesverbandes Soziokultur Niedersachsen, Christiane Mielke, sowie Olaf Martin vom Landschaftsverband Südniedersachsen dabei, der auch die Busfahrt finanziell ermöglichte.

Die Soziokultur zeichnet sich durch Generationen und Genre übergreifende Kultur- und Bildungsarbeit von Profis wie Laien gleichermaßen aus, die niedrigschwellig gesellschaftlich relevante Themen behandeln. Menschen egal welcher Herkunft sollen an diesen Orten der Begegnung und der Demokratisierung befähigt werden, selbst kreativ zu werden. Bei der Rundfahrt wurde die große Bandbreite der Soziokultur im Landkreis Northeim deutlich: Da gibt es Spieleabende oder einen Geschirr-Ausleihservice in der Jungen Linde in Einbeck genauso wie „Plattdeutsche Nachmittage“ und Gedenkstättenfahrten des „Esel“ in Sülbeck, Kurse im Figurenbau im Theater der Nacht oder einen von Jugendlichen gestalteten Krimi im Kulturbahnhof Uslar. Hinzu kommen Konzerte und Veranstaltungen mit oft überregionaler Strahlkraft wie Figurentheaterkonferenzen oder Klavierfrühlinge. Die soziokulturellen Zentren sind alle Gastgeber für unterschiedlichste Gruppen und Initiativen und gelten oftmals als Dorftreffpunkte.

Deutlich wurde, dass die verschiedenen Einrichtungen eigene Profile haben und sich die unterschiedlichen soziokulturellen Zentren keine Konkurrenz machen, sondern sich im Gegenteil ergänzen, unterstützen und miteinander kooperieren.

Aktuelle Probleme durch Corona-Pandemie

Alle besuchten soziokulturellen Zentren haben aktuell Probleme durch die geforderten Hygiene-Konzepte und Auflagen in der Corona-Pandemie. Die Lage sei vorher schon prekär gewesen, jetzt sei sie existenzbedrohend, machten die Einrichtungen gegenüber den mitreisenden Landtagsabgeordneten deutlich, die beide Finanzpolitiker im Landtag sind. Die durch Abstandsregeln erreichbaren nur geringen Zuschauerzahlen stellen die Einrichtungen vor große finanzielle Herausforderungen. Denn viele können eigentlich einen großen Teil des Budgets durch Eintrittsgelder einspielen. Den übrigen Teil erhalten sie durch Förderungen und von Sponsoren. Der Landesverband Soziokultur Niedersachsen hat jährlich 620.000 Euro im gesamten Land für Förderung zur Verfügung, hinzu kommen 500.000 Euro Förderung von Investitionskosten.

Vereinbart haben die Beteiligten, ihre Erfahrungen untereinander stärker als bislang auszutauschen. Sei es bei Fragen zu Unterstützungsanträgen für die Corona-Hilfe, die sich alle einfacher strukturiert wünschen und gerechter gegenüber anderen Bereichen beispielsweise bei der Förderung von Personalkosten. Austauschen wollen sich die Soziokultur-Orte bei praktischer Hilfe, beispielsweise welche Laufwege das Publikum nehmen sollte, welche Lüftungen in Sälen helfen und wie trotzdem die Kapazitäten der Veranstaltungsräume corona-konform optimal genutzt werden können. Denn alle waren sich einig: Kultur ist Begegnung und Live-Erlebnis. Digital-Formate wie Konzert-Streaming können diese allenfalls ergänzen, aber nicht ersetzen.

Foto: Frank Bertram

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