Northeim (red). Der Fachkräftemangel macht sich längst auch im kaufmännischen Bereich bemerkbar. Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeitende, die nicht nur operative Aufgaben übernehmen, sondern auch betriebswirtschaftlich denken, Verantwortung tragen und Führungsaufgaben übernehmen können.
Der aktuelle DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeigt, dass 36 Prozent der Unternehmen offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen können, weil geeignetes Personal fehlt. Besonders gefragt seien beruflich qualifizierte Fachkräfte. 57 Prozent der betroffenen Unternehmen suchen demnach erfolglos Mitarbeitende mit dualer Berufsausbildung. Zudem erwarten 83 Prozent der Unternehmen negative Folgen durch den Arbeits- und Fachkräftemangel in den kommenden Jahren.
Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte
Mit dieser Entwicklung beschäftigt sich auch der Wirtschaftsraum Südniedersachsen. Das Regionale Fachkräftebündnis Südniedersachsen und regionale Wirtschaftspartner weisen seit Jahren auf Herausforderungen durch demografischen Wandel, Digitalisierung und den steigenden Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften hin.
Hier setzt die Fachschule Betriebswirtschaft in Südniedersachsen an – eine Kooperation der BBS 1 Northeim und der BBS 1 Arnoldi-Schule Göttingen. Das Angebot richtet sich an Absolventinnen und Absolventen kaufmännischer Ausbildungsberufe, die sich berufsbegleitend weiterqualifizieren möchten.
„Viele Unternehmen suchen heute Mitarbeitende, die nicht nur fachlich stark sind, sondern auch Prozesse gestalten, Teams führen und wirtschaftliche Entscheidungen treffen können“, erklärt Detlef Reimelt, verantwortlicher Abteilungsleiter der Fachschule Betriebswirtschaft.
Berufsbegleitend zum „Bachelor Professional“
Die Weiterbildung verbindet Präsenzunterricht mit digitalen Lernformaten und qualifiziert zum staatlich geprüften Betriebswirt beziehungsweise zur staatlich geprüften Betriebswirtin („Bachelor Professional“). Unterrichtsinhalte sind unter anderem Personalmanagement, Controlling, Marketing, Unternehmensführung, Prozessmanagement, Wirtschaftsinformatik und betriebswirtschaftliche Entscheidungsprozesse.
Viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Weiterbildung, um nach ihrer kaufmännischen Ausbildung zusätzliche Verantwortung zu übernehmen oder neue Karriereperspektiven zu erschließen. Besonders geschätzt werde die Möglichkeit, Berufstätigkeit und Weiterbildung miteinander zu verbinden, ohne das Berufsleben unterbrechen zu müssen.
Nicht wenige Absolventinnen und Absolventen erwerben zusätzlich den Bachelor of Arts im Rahmen einer Hochschulkooperation.
Praxisnähe als besonderer Vorteil
Für Julia Kindermann, Teamleiterin der Fachschule Betriebswirtschaft, liegt ein besonderer Vorteil in der Praxisnähe: „Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben während der Weiterbildung im Berufsleben aktiv. Dadurch entsteht ein direkter Transfer zwischen Unterricht und Unternehmensalltag – Wissen wird nicht nur gelernt, sondern unmittelbar angewendet.“
Auch aus Sicht der Schule gewinnt die Verbindung von beruflicher Bildung und regionaler Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. „Südniedersachsen braucht qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus der Region für die Region“, betont Peter Beushausen, Schulleiter der BBS 1 Northeim.
Der neue Jahrgang startet zu Beginn des Schuljahres 2026/2027. Anmeldungen sind bereits möglich.
Online-Informationsveranstaltung Anfang Juni
Interessierte können sich bei einer kostenlosen Online-Informationsveranstaltung am Montag, 1. Juni 2026, um 17 Uhr über Zugangsvoraussetzungen, Inhalte, Organisation und Karriereperspektiven informieren.
Weitere Informationen sowie die Anmeldung zur Veranstaltung gibt es unter www.bbs1-northeim.de.