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Dienstag, 23. Juni 2026 Mediadaten
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Northeim (red). Die Demokratie sei die schwierigste Form, unter der man zusammenleben und Entscheidungen treffen könne, und die einzige, die man wirklich lernen müsse, so Olaf Ansorge, Mitglied des Demokratieteams der BBS 1 Northeim. Dies sei auch der Grund, weshalb an der Schule nun der erste von hoffentlich noch vielen folgenden Demokratietagen stattfand. An einem bunten Mix aus verschiedenen Workshops diverser Anbieterinnen und Anbieter nahmen daher alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Kollegium der Schule teil. Das allgemeine Feedback der Teilnehmenden fiel eindeutig aus: eine gelungene Veranstaltung.

Ein Jahr Vorbereitung für den ersten Demokratietag

Der Demokratietag 2026 ist das Ergebnis eines einjährigen Entwicklungsprozesses des Projektteams „Demokratiebildung an der BBS 1 Northeim – Europaschule stärken“. Das Projektteam, das aus Mitgliedern der schulischen Politik-Fachgruppe und weiteren Lehrkräften besteht, wurde bei der Durchführung zusätzlich tatkräftig vom Schülerunternehmen „Sports and more“ unterstützt.

Schulleiter Peter Beushausen formulierte das Ziel, das er mit der Aktion verbindet, in seiner Begrüßungsrede deutlich: „Gemeinsam können wir mithilfe dieser Veranstaltung einen Beitrag zur Stabilisierung demokratischer Werte in unserer Gesellschaft leisten.“

Zur Verdeutlichung zitierte er Joachim Weimann, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Magdeburg, der die Gefahr einfacher Lösungen bei politischen Entscheidungen beschreibt: „Ein demokratischer Staat hat die Aufgabe, ein komplexes Problem zu lösen. Es stehen zwei Lösungen zur Wahl, eine komplizierte, die schwer zu verstehen ist, das Problem aber löst und eine einfache, die leicht verständlich dargestellt werden kann, aber falsch ist und das Problem nicht löst. Welche wird die Wahl gewinnen? Vermutlich die leichte, falsche Lösung.“

Frauke Heiligenstadt wirbt für differenzierte Betrachtung

Abschließend bedankte sich Beushausen beim gesamten Demokratieteam, stellvertretend insbesondere bei den Lehrkräften Olaf Ansorge und Dominik Franke für die Organisation, sowie bei allen Workshopanbietenden, die teilweise aus dem eigenen Haus kamen oder von externen Stellen organisiert wurden.

Dazu gehörte auch Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt, die nicht nur an der Veranstaltung teilnahm, sondern selbst zwei Workshops anbot. Sie griff in ihrer Begrüßungsrede ebenfalls das Thema zu einfacher Antworten auf politisch kontroverse Diskussionen auf. Dies verdeutlichte sie anhand einer Frage, die sie nach eigenen Angaben häufig in politischen Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern höre: Ist es sinnvoll, dass Deutschland den Bau von Fahrradwegen in Peru fördert?

Die naheliegende Antwort darauf sei Nein – das Geld solle lieber in Deutschlands Fahrradwegeausbau investiert werden. Bei einer tiefergehenden Betrachtung werde jedoch deutlich, dass der Klimawandel nicht an Landesgrenzen haltmache, wohlhabendere Länder ärmere Staaten im Sinne von Solidarität und entwicklungspolitischer Zusammenarbeit unterstützen sollten und zugleich wirtschaftliche Interessen Deutschlands berührt seien.

Vielfältiges Workshopangebot und positives Fazit

Nach ihren Ausführungen seien deutsche Unternehmen mit dem Bau wichtiger Infrastruktur in Peru beauftragt, was wiederum die deutsche Wirtschaft stärke und Arbeitsplätze auch in Deutschland sichere. Zudem erhalte Deutschland aufgrund der guten Beziehungen beider Länder einen besseren Zugang zu Rohstoffvorkommen wie seltenen Erden. Die Fragestellung sei daher deutlich komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheine, und erfordere eine fundierte und differenzierte Betrachtung.

Neben Frauke Heiligenstadt und schulinternen Referentinnen und Referenten boten unter anderem Fabian Gieseke aus dem Stab des Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Frauke Siedenburg vom Zivilen Friedensdienst, ein Team des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Marianne Olliges von der Stadtjugendpflege sowie Vertreter der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Vereins Bürger Europas e.V. Workshops an. Außerdem war der Demokratiebus des Landkreises Northeim vor Ort.

Dominik Franke, Leiter der Politikfachgruppe, zeigte sich nach der Veranstaltung sehr zufrieden mit dem Ablauf des ersten Demokratietages an der Schule: „Wir sind dankbar für das vielfältige Angebot, das die Workshopinitiatoren unseren Schülerinnen und Schülern geboten haben. Dadurch wurde Demokratie heute wirklich greifbar und wir alle haben einen rundum positiven Tag mit viel Lerninput und einem geselligen Ausklang mit Essen und Trinken erleben dürfen. Dies war nur möglich durch die Förderung aus dem Bundesförderprogramm ‚Demokratie leben‘, welches zur Unterstützung genau solcher Veranstaltungen ins Leben gerufen wurde. Die Entscheidung darüber traf die Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Northeim.“

Foto: BBS 1

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